Was macht HiFi-Klang aus?

Anlage….Hörumgebung….Klangwirkung
 

Wie kann man HiFi-Klang definieren? Die meisten Musikfans würden dies so beantworten, dass der Klang das Original so echt wie möglich wiedergeben soll, so dass man meint, das Original zu hören, wenn man die Augen schließt.

Wie nahe wir diesem Ziel kommen, hängt nicht nur von der Qualität der Lautsprecher und der Elektronik ab, sondern auch von den grundlegenden Beschränkungen der Stereo- und Mehrwegeformate, die derzeit im Handel erhältlich sind. Eine gute Anlage, die in einem guten Hörraum installiert ist, kann ein überzeugend echtes akustisches Klangerlebnis vermitteln - und genau das ist es, was wir mit natürlich aufgenommener Musik meinen und anstreben.

Unser Ziel ist die Wiedergabe des echten Klangs von Instrumenten und Stimmen, ihres vermuteten Standorts im Raum und die Einhaltung genau dieses Klangbilds über eine breite dynamische Reichweite hinweg. Am einfachsten kann dieses Ziel mit Kammerorchestern und Solisten erreicht werden, bei denen der Hörraum eine ganz ähnliche Größe wie der Aufnahmeort selbst hat.

Schwieriger wird es schon bei einem ganzen Orchester, da wir versuchen, die Illusion eines Konzertsaales in einem eher kleinen Hörraum zu vermitteln. Natürlich gehen wir davon aus, dass der Aufnahmetechniker diesen Prozess mitberücksichtigt und er tut dies in der Regel auch. Wenn wir also mit High-Fidelity-Lautsprechern klassische und akustische Musik genießen, ist doch die Hauptfrage: „Klingt es denn auch echt?“

Bei studioproduzierter Musik wie Rock und Pop sieht die Sache etwas anders aus. Diese Musik wurde im Aufnahmestudio hergestellt und so elektronisch ausbalanciert, wie es der Klang, der auf Monitorlautsprechern in einem Studio-Regieraum wiedergegeben wird, auch erfordert. Ist das Studio gut konstruiert, dann müsste ein Klang, der im Regieraum gut klingt, auch zu Hause auf einer Audioanlage in einem normalen Hörraum gut klingen. Solche Aufnahmen verlangen nicht dieselben Audioanforderungen wie akustische Musik; wir verlassen uns darauf, dass der Aufnahmetechniker ein ausgewogenes Sinnerlebnis schafft, das auf einer normalen Anlage in der Privatwohnung auch gut klingt.

Es wird auch allgemein angestrebt die Quellen, zum Beispiel eine E-Gitarre, so natürlich wie möglich wiederzugeben; zur Verbesserung der musikalischen Gestaltung werden im Aufnahmestudio jedoch in der Regel elektronische Effekte eingesetzt. Bei Aufnahmen von Jazzensembles im Studio ist es zum Beispiel eine der Aufgaben des Toningenieurs, die Instrumentengruppen einzeln aufzunehmen, um sie dann zusammenzumischen, um am Ende eine gleichmäßige und harmonische Wirkung herzustellen. Beispielsweise wird die eine Gruppe mit einem ‘hellklingenden’ Mikrophon (oder einer entsprechenden Platzierung) aufgenommen, eine andere mit einer anderer Eigenschaft, um sie dann zu einem angenehmen Ergebnis zusammenmischen zu können, selbst wenn ihre Einzelklänge ein wenig anders klingen, als wenn man selbst als Hörer vor ihnen sitzt.

Wir müssen also immer berücksichtigen, dass eine Aufnahme nicht immer die Realität wiedergibt, und diese Tatsache bei der Beurteilung der Lautsprecherqualität für Studioaufnahmen im Auge behalten.

Was Filmmusik angeht, so müssen wir sehr vorsichtig sein, da diese oftmals “Effekthascherei” betreiben und weniger die Wirklichkeit abbilden; auch die Klangqualität der Stimmen leidet oft unter der Art der Aufnahme und anschließenden Bearbeitung. Wie bei allen Kunstgattungen sammeln wir diverse Aufnahmen, um dann im Ganzen erfahren zu können, was wir über die Lautsprecherleistung wissen müssen, die insgesamt dann herauskommt.